# 19 Put your money where your mouth is

Jul 25, 2025

Von der Berliner Bahnhofsmission bis zur Diskussion mit Sternekoch Johannes King auf Sylt: Felix Oldenburg über die gesellschaftliche Sprengkraft von Ernährung und sechs Organisationen, die man jetzt unterstützen sollte.

Liebe Lesende,

mir fällt auf, dass meine gestrige Reise nicht nur eine geografische, sondern auch eine gesellschaftliche Distanz beschreibt. Ich nehme Euch mit.

Nur wenige Minuten von meiner Wohnung steige ich am Berliner Bahnhof Zoo in den Zug. Seit letztem Jahr serviere ich dort manchmal in der Bahnhofsmission Obdachlosen geschmierte Brote. Es geht um mehr: Um praktische Hilfe und einen sicheren Ort für Gemeinschaft. Dennoch fehlt die Suppe, für die seit einige Zeit kein Geld da ist. (Warum, das ist eine Geschichte über Gemeinnützigkeit und Wohlfahrt, die einen anderen Ort braucht.)

Sechs Stunden später komme ich auf Sylt an. Abends steht im Millionärsdorf Kampen der letzte Termin meiner Buchtour an. Und das auch noch mit dem Sternekoch und Publikumsmagneten Johannes King (s.u.). Unsere Diskussion haben wir aufgenommen, Ihr könnt sie im Podcast “Das Neue Geben” bald hören.

Ernährung spaltet. Macht krank. Sie tötet Tiere. Vernichtet Wälder. Sie kann aber auch verbinden, gesund machen, Jobs schaffen, Landschaften erhalten. Wie wir dazu mit Geld beitragen können, darum geht es mir mit dem neuen Schwerpunkt meiner kleinen FO Foundation und einer kleinen Liste von Organisationen, die mir begegnet sind.

Euer Felix


Eine Zahl, die im Kopf bleibt

8,2 Milliarden

So viele Menschen leben auf der Erde. Und genau so viel Euro hat die Novo Nordisk Foundation zu vergeben. Sie ist kürzlich die reichste Stiftung der Welt geworden. Warum? Weil sie Ozempic erfunden hat - das Medikament, dass man sich leisten können muss, damit man nicht mehr so viel isst wie man sich leisten könnte.

Für mich steckt in dieser Zahl so viel drin. Eine Geschichte über Überfluss. Über Technologie. Und über das Geben. Denn jetzt ist die große Frage: Was macht eine Stiftung, die in ihrem Heimatland Dänemark schon alles durchfinanziert hat, jetzt mit diesem enormen Potenzial?


Eine Person, die mich inspiriert

Johannes King

Ein Sternekoch als Stifter? Einmal mehr ist Johannes King Pionier. Mit neun Geschwistern wächst er auf einem Schwarzwälder Bauernhof auf, arbeitet sich hoch durch die Küchen der Hauptstädte, bis er sich auf Sylt zwei Michelin-Sterne erkocht.

Was macht man, wenn man alles erreicht hat? Man beginnt das Geben. Mit Engagement bei den Jeunes Restaurateurs d’Europe. Als Mentor des Jahres 2022. Und seit zwei Jahren mit einer digitalen Stiftung, für die er mit Fahrradtour und anderen Events schon fast €100.000 gegen Hunger und für gute Ernährung eingesammelt hat.


Eine Idee zum Weiterdenken

Meine “Put your money where your mouth is”-Liste mit sechs Organisationen, die mich in letzter Zeit mit ihrer Arbeit beeindruckt haben.

Ihr könnt bei der Finanzierung helfen: Entweder via meine FO Foundation (dann verteile ich) oder direkt an die Organisationen auf bcause.

Ich freue mich auf Ergänzungen, gern per Email oder direkt auf LinkedIn!

  • Acker ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Der charismatische Gründer Christoph Schmitz ist selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen. Ich habe ihn 2016 kurz nach der Gründung von Acker (damals Ackerdemia) kennengelernt, als wir ihn mit Ashoka gefördert haben. Bis heute haben 400.000 Kinder nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung mit ihren eigenen Händen erlebt.

  • Haferkater ist der Imbiss, den ich an jedem Bahnhof suche: Gesund, schnell, nachhaltig. Ebenso bewundere ich den Weg des Startups von Wagniskapital ins Wachstum und jetzt mit Crowdfunding in Verantwortungseigentum. Mit meiner kleinen bcause Foundation bin ich sogar in Haferkater investiert und trage so mit jedem Porridge zu den Erträgen bei, die ich dann weiterspenden kann.

  • Die Tafel Deutschland muss man nicht vorstellen. Sie ist überall. Leider. Und zum Glück. Auch an der Berliner Bahnhofsmission habe ich sie schätzen gelernt.

  • The Humane League (und die anderen Organisationen des Wild and Free Animal Fund von Anna Alex) setzen sich für eine Ernährung ein, die keine Tiere tötet. Egal, wie man moralisch darüber denkt, allein die Klimabilanz gibt genug Anlass zum Handeln.

  • Der Kreuzberger Himmel ist ein besonderes Restaurant in der Berliner Yorckstraße, es ist ein Ort für die gelungene Integration Geflüchteter mit dem Verein Be an Angel eV.

  • Die Johannes King Stiftung ist eines meiner Lieblingsbeispiele für Impact Influencing. Restaurants sind unterschätzte Orte für Begegnung und gemeinsame Wirkung für regionale Landwirtschaft, bewusste Ernährung und viele weitere gute Zwecke.


PS Meine Preisfrage letzte Woche “Wer ist der aktuell größte Impact Influencer auf YouTube?” hat NIEMAND richtig beantwortet. Ich löse auf: Mr. Beast, alias Jimmy Donaldson. 414 Millionen folgen ihm. Er begann mit Videos von kleinen Geldgeschenken an Bedürftige. Dann wurde alles immer größer. Manches auch absurd groß. Über $25 Mio hat er gespendet. Seit neuestem ist er sogar Food-Entrepreneur. → Hat jemand einen Kontakt zu Mr. Beast für meinen Podcast?